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inhalt_übersicht |
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08/1961_stacheldrahtrollen |
Als
am 13. August 1961 die Grenzen zum Westen der Stadt dicht gemacht wurden, gab es noch
keine Mauer im eigentlichen Sinne - nur Walter Ulbrichts Ausspruch ("Niemand hat
die Absicht eine Mauer zu errichten.", höre O-Ton)
ließ die Menschen angesichts der ausgebreiteten Stacheldrahtrollen
und der aufgerissenen Straßenpflaster an eine Mauer denken.
Der provisorische Charakter ermöglichte den Machthabern in der DDR jederzeit einen Rückzieher zu machen, falls die Situation zu brenzlig würde - wenn der Westen sich also auf eine kriegerische Auseinandersetzung einließe.
Die provisorische Absicherung der Grenze hatte zur Folge, dass nach
Schließung der Übergänge allein im August noch über
25 000 Menschen in den Westen flohen und den Stacheldraht übersprangen.
Unter ihnen waren zahlreiche Grenzposten, da diese sich den Absperrungen ungehindert nähern konnten. So der NVA Soldat Conrad Schumann, dessen Mauersprung um die Welt ging. |
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11/1961_zweite generation |
Im
November 1961 wurde mit dem Bau einer regelrechten Mauer begonnen
- die sogenannte "Mauer der zweiten Generation". Noch
gab es nur e i n e Mauer zwischen den Systemen. Sie
bestand zum großen Teil aus Fertigelementen für den Wohnungsbau.
Ab 1962 wurde ein Kolonnenweg angelegt, der es den Grenzposten ermöglichte
mit Fahrzeugen entlang der Mauer zu patrouillieren.
Im grenznahen Gebiet wurden Anwohner und Passanten kontrolliert und nicht-regimetreue DDR Bürger wurden zwangsumgesiedelt. 1964
gab es bereits 165 meist hölzerne Beobachtungstürme. Seit
1965 wurden Häuser, die im Gebiet unmittelbar an der Grenze
lagen, abgerissen. (Bernauer Straße) |
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1968_dritte generation |
Nach Meinung der DDR-Regierung wurden Grenzdurchbrüche nicht
effizient genug verhindert. Deshalb wurde seit 1968 die "Mauer
der dritten Generation" im großen Stil errichtet. Sie
bestand aus Betonplatten zwischen in den Boden eingelassenen,
seitlich genuteten Pfählen und war von einem mit Stahlbändern
befestigtem Rohr bekrönt. Ab 1971 wurde die Grenze mit einem
durchgehenden Stacheldrahtzaun in Richtung Ostberlin gesichert
- dem "Grenzzaun I". Ab 1974 wurde diese Barriere, die
immer weiter ins Stadtinnere verlegt wurde, durch den "Grenzsignalzaun
74" und die Hinterlandmauer ersetzt. Damit war die Mauer
zu einem Geländestreifen geworden, der von zwei Mauern begrenzt
wurde: das "vordere Sperrelement, feindwärts" -
die vom Westen sichtbare Mauer - und die "Hinterlandsicherungsmauer" - die
vom Osten sichtbare Mauer. Der Grenzsignalzaun war ein erster
Schritt zur Automatisierung der Grenzanlage. Selbstschussanlagen
gab es nur an der Deutsch-Deutschen Grenze, jedoch nie in Berlin.
Im Todesstreifen zwischen den beiden Mauern gab es Mitte der 70er
Jahre 190 Beobachtungstürme und Führungsstellen - mittlerweile
aus Betonfertigteilen errichtet. Eine Lichttrasse erleuchtete
den Bereich auch nachts, Wege durchzogen die gesamten etwa 170 km
der Mauer. Spanische Reiter und ein Graben sollten Durchbrüche
mit Fahrzeugen verhindern.
Die Konstruktion des Grenzstreifens macht deutlich, dass sich
alle Maßnahmen "freundwärts" richteten: der
Grenzsignalzaun schlug Alarm, wenn sich jemand von der Seite der DDR näherte,
der KFZ-Graben richtet sich gegen aus Ostberlin kommende Fahrzeuge.
Wer im grenznahen Bereich wohnte oder arbeitete musste ständig
seinen Ausweis mit sich führen. Besuche im Grenzgebiet waren nur nach
vorherigem Antrag möglich.
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1976_vierte generation |
Als ab 1976 die vierte Mauergeneration - die "Grenzmauer 75" - errichtet wurde, galt sie als "wartungsarm und formschön".
Die L-förmigen Betonelemente ersetzten nach und nach die
Betonplattenmauer des vorderen Sperrelements, wurden aber auch
als Hinterlandmauer eingesetzt (Am Ostbahnhof, heute: "East Side-Gallery").
Allzu martialisch wirkende Grenzsicherungen wie Eisenmatten mit nach oben weisenden Zinken hinter dem Grenzsignalzaun wurden ebenso wie die KFZ-Gräben entfernt. Die DDR wollte ihrer Grenze ein freundlicheres, saubereres Erscheinungsbild geben. Dazu sollten auch Betonkübel beitragen, die statt der Spanischen Reiter an repräsentativen Plätzen wie am Brandenburger Tor aufgestellt wurden, - die allerdings die gleiche Funktion erfüllten.
Die Beobauchtungstürme und Führungsstellen wurden durch
geräumigere Betonfertigbauten ersetzt, und ab Mitte der 80er
Jahre wurde der Grenzsignalzaun erneuert.
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"die
mauer steht noch 100_jahre" |
Am 19. Januar 1989 beteuerte Erich Honecker, dass die Mauer noch
"in 50 und auch 100 Jahren" stehe. (höre O-Ton)
So verwundert es nicht, dass für 1989 eine Novellierung der
Mauertechnik angestrebt war. Die Mauer sollte mit Hilfe von Mikrowellen-
und Infrarotsystemen noch effizienter und undurchlässiger
werden.
Die Realität sah glücklicherweise anders aus.
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schematischer_aufbau |
Die Grenztruppenskizze von 1985 zeigt den typischen Aufbau eines
Mauerabschnitts.
Rechts sieht man "Berlin - Hauptstadt der DDR" durch
ein Hochhaus symbolisiert, links "Berlin (West)" durch
ein Haus mit Satteldach vertreten. Dazwischen die Grenzanlage
mit (v.r.n.l.) Hinterlandmauer, Grenzsignalzaun 83, Beobachtungsturm BT-9,
Kolonnenwegen, Lichttrasse, Kontrollstreifen (ein täglich
geharkter Bereich, der eventuelle Spuren Geflohener sichtbar machen
sollte), und Grenzmauer 75.
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"Ausbau der Staatsgrenze der DDR zu Berlin (West) mit neuen Grenz-sicherungsanlagen im Stadtgebiet der Hauptstadt der DDR - Berlin -
Stand 05.07.1985"
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Flemming/Koch S. 85
* Ausschnitt aus Erklärung von Erich Honecker, Generalsekretär der SED, über den Fortbestand der Berliner Mauer, 19.1.1989, höre LeMo-Archiv. |
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